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Bestände

Landeshauptarchiv Koblenz

D Städte und Kommunen

D.2 Kommunen

Bestand 655,207 Gemeinde Filsen

Bestand 655,207
Gemeinde Filsen
Laufzeit
Findbuch
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Umfang
952 Akten: 1718-1972 (18,5 Rgm)
Beschreibung
Bestandsbildner:

Gegen Ende des Alten Reiches (1792) gehörte die Gemeinde Filsen zum Kurfürstentum Trier, Niederes Erzstift, Amt Boppard. Nach dem Einmarsch der Franzosen in die linksrheinischen Gebiete legte man 1793 die Reste der Ämter Boppard und Wellmich zu einem Amt Wellmich zusammen mit Sitz in Kamp. 1803 wurde dieses Gebiet durch den Reichsdeputationshauptschluss Nassau-Weilburg zugesprochen und der Regierung in Ehrenbreitstein unterstellt. Drei Jahre später vereinigten sich Nassau-Weilburg und Nassau-Usingen zum Herzogtum Nassau. Nach der Auflösung des Amtes Wellmich 1813 wurde die Gemeinde Filsen dem Amt Braubach, Regierungsbezirk Wiesbaden, unterstellt. 1849 wurde kurzfristig das Kreisamt Nassau eingerichtet, ab 1854 galt wieder die alte Ämtereinteilung. Mit der Annexion des Herzogtums Nassau wurde FIlsen 1866 preußisch und gehörte mit Gründung im Jahre 1868 bis zu ihrer Auflösung im Jahre 1944 zur preußischen Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden (1867), Rheingaukreis (Kreisstadt: Rüdesheim), Amt Braubach.

Nach der Einführung der Kreisordnung für die Provinz Hessen-Nassau gehörte die Gemeinde Filsen ab 1885 zum Kreis St. Goarshausen. Nach Auflösung der preußischen Provinz Hessen-Nassau 1944 war der Kreis St. Goarshausen Bestandteil der neugebildeten Provinz Nassau.

Der Kreis wurde nach der Besetzung durch die amerikanischen Truppen 1945 der Provinz Saarland-Pfalz-Südhessen angeschlossen und nach dem Einmarsch der Franzosen zunächst dem Regierungsbezirk Koblenz unterstellt. Nach der Bildung des Landes Rheinland-Pfalz 1946 gehörte Filsen zum Landkreis St. Goarshausen, Regierungsbezirk Montabaur. 1962 wurde der Kreis in Loreleykreis umbenannt.

1968 wurden der Loreleykreis und der Unterlahnkreis zum Rhein-Lahn-Kreis zusammengelegt. Im gleichen Jahr wurde der Regierungsbezirk Montabaur aufgelöst und in den Regierungsbezirk Koblenz eingegliedert.

Die Verwaltungsreform brachte für Filsen 1972 folgende Neuerung: die Gemeinde wurde der Verbandsgemeinde Braubach unterstellt, so dass Filsen verwaltungsmäßig zur Verbandsgemeinde Braubach, Rhein-Lahn-Kreis, Regierungsbezirk Koblenz gehörte.

Im Rahmen der im Jahr 2010 begonnen rheinland-pfälzischen Kommunal- und Verwaltungsreform wurden zum 1. Juli 2012 die Verbandsgemeinden Braubach und Loreley aufgelöst und die Verbandsgemeinde Braubach-Loreley neu gebildet, die zum 1. Dezember 2012 den Namen Verbandsgemeinde Loreley erhielt und zu der Filsen seither zugehörig ist.

Verzeichnis der Filsener Schultheißen bzw. Bürgermeister von 1784 bis 1971:

1784: Bieschof, Anton

1787: Hewell (Hebel), Jacob

1790/1: Reitz, Balthasar Jun.

1792/3: Stumm, Andreas

1793/4: Schwentzer, Jacob

1794/5: Stum, Johannes

1795/6: Dorweiler, Jacob Sen.

1796/7: Durweiler, Mathias

1798: Niel, Jacob

1799: Durweiler, Johannes

1800: Becker, Jacob

1800/1: Dennert, Anton

1801/2: Moritz, Henerich

1803: Dennert, Valentin

1804: Stum, Thomas Josef

1805: Fassbender, Johan

1806: Reitz, Franz

1807/8: Volck, Nikolaus

1808: Helbach, Johannes

1809/10: Ruff, Mathias

1810: Nass, Peter

1811: Hellbach, Johannes

1812: Reiz, Johann

1813: Dorweiler, Nicolaus

1814: Lahnstein, Joseph

1815: Reiz, Jacob

1815-1826: Hewel, Balthasar

1826: Emmel, Vallentin

1827-1848: Becker, Andreas

1848-1854: Lahnstein,

1855-1866: Becker, Johann

1867-1885: Lahnstein, Johann

1885-1902: Becker, Andreas

1903-1918: Eschelbach, Johann Josef

1919-1922: Hellbach, Michael

1923-1928: Geeb, Nikolaus

1928-1944: Kup, Christian Josef

1945-1965: Dorweiler, Josef

1969-1971: Spät, Jakob

1971 : Lamberti,
Inhalt
Hoheitssachen und Verwaltung, Kreisangelegenheiten, Wahlen, Gemeindeverwaltung; Statistik, Zivilstandsregister; Polizei, Feuerwehr, Versicherungen, Gesundheitspflege; Handel, Gewerbe; Bau- und Wohnungswesen, Wasser- und Elektrizitätsversorgung; Schul- und Kirchensachen; Vereine und Organisationen; Soziales, Versorgung der Bevölkerung; Landwirtschaft, Weinbau, Forsten; Finanzen, Vermögen, Besitzveränderungen; Haushalts- und Rechnungswesen, Grundbücher und Kataster, Steuern; Justiz; Militär, Krieg, Besatzung.
Literatur
Literatur und ergänzende Überlieferung in Auswahl:

Dege, Eckart: Filsen und Osterspai - Wandlungen der Sozial- und Agrarstruktur in zwei ehemaligen Weinbaugemeinden am Oberen Mittelrhein, in: Arbeiten zur Rheinischen Landeskunde, Heft 36, Bonn 1973

Demandt, Karl E.: Geschichte des Landes Hessen, Kassel 1972

Rang, Helmut und Schick, Manfred: Loreleykreis, in: Die Landkreise in Rheinland-Pfalz Band 5, Speyer 1965

Sponheimer, Meinhard: Landesgeschichte der Niedergrafschaft Katzenelnbogen und der angrenzenden Ämter auf dem Einrich, in: Schriften des Instituts für geschichtliche Landeskunde von Hessen und Nassau 11. Stück, Marburg 1932

Vogel, C. D.: Beschreibung des Herzogtums Nassau, Wiesbaden 1843

Weidenbach, A. J.: Nassauische Territorien vom Besitzstande unmittelbar vor der französischen Revolution bis 1866, Wiesbaden 1870
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