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Bestände

Landeshauptarchiv Koblenz

D Städte und Kommunen

D.2 Kommunen

Bestand 655,001 Bürgermeisterei Aach-Igel-Trierweiler

Bestand 655,001
Bürgermeisterei Aach-Igel-Trierweiler
Laufzeit
Findbuch
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Umfang
110 Akten: 1764-1890 (2,66 Rgm)
Beschreibung
Bestandsbildner:

Aach war, obwohl es in der Nähe von Trier lag, kein Teil des Kurfürstentums, sondern gehörte als reichsfreie Herrschaft dem Trierer Benediktinerinnenkloster St. Irminen. Im Jahr 1794 wurde das linke Rheinufer von französischen Revolutionstruppen eingenommen. Von 1798 bis 1814 gehörte der Ort zum französischen Kanton Pfalzel im Saardepartement und war Hauptort einer gleichnamigen Mairie. Die Güter der Abtei St. Irminen wurden versteigert. Nach den Beschlüssen des Wiener Kongresses wurde 1815 das Saardepartement fast vollständig dem Königreich Preußen zugesprochen. Unter preußischer Verwaltung wurde Aach 1816 Sitz einer Bürgermeisterei, zu der verwaltungsmäßig auch die Gemeinden Beßlich, Lorich, Newel und Olk gehörten, und wurde dem damals neu geschaffenen Landkreis Trier im gleichnamigen Regierungsbezirk zugeordnet. Dieser gehörte von 1822 bis 1945 zur preußischen Rheinprovinz.

Igel war Teil des Territoriums des Herzogtums Luxemburg. Nach der Eingliederung des Herzogtums in den französischen Staat 1795 wurde Igel Sitz der Mairie Igel im Kanton Grevenmacher. Die spätere preußische Bürgermeisterei Igel umfasste die Dörfer Igel, Fusenich, Grewenich, Langsur, Liersberg und Mesenich.

Trierweiler war lange unter mehreren Herrschaften aufgeteilt. Ein Teil des Ortes gehörte zu Kurtrier, ein großer weiterer dem Deutschen Orden. Der 1778 etwa 136 ha Land betragende Grundbesitz des Deutschen Ordens war auf zwei Höfe, den großen und kleinen Pachthof, verteilt. Südwestlich des Dorfes hatte mit dem Hofgut Nieder-Trierweiler zeitweise auch das Trierer Stift St. Irminen bezeugten Besitz. Nach der Besetzung des linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen 1795 wurde Trierweiler Sitz der Mairie Trierweiler im Kanton Pfalzel. Diese umfasste die Gemeinden Kersch, Metzdorf, Neuhaus, Sirzenich und Udelfangen. Die Hofgüter des Stiftes St. Irminen und des Deutschen Ordens sowie Güter der Abtei St. Matthias wurden um die Jahre 1805, 1808 und 1811 versteigert und vom neuen Eigentümer zu einem Gut zusammengefasst, das in preußischer Zeit zum landtagsfähigen Rittergut erhoben wurde.

Im Jahr 1850 wurden die Bürgermeistereien Aach, Igel und Trierweiler zu einer einzigen Bürgermeisterei zusammengefasst.

Aach, Igel und Trierweiler sind heutzutage Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde Trier-Land.
Inhalt
Bestandsgeschichte und -beschreibung:

Die im LHAKo archivierten Unterlagen wurden im Jahr 1899 von der Bürgermeisterei Aach-Igel-Trierweiler an das Königliche Staatsarchiv in Koblenz, Vorgänger des heutigen Landeshauptarchivs Koblenz, abgegeben. Der Bestand umfasst derzeit 110 Sachakten mit einer Laufzeit von 1823-1890 - ergänzt durch eine einzelne Akte aus dem Jahr 1764 - und vornehmlich folgende Themen: Lagerbücher, Rechtsangelegenheiten, Verwaltung und Statistik der Gemeinden Aach, Besselich, Fusenich, Grewenich, Igel, Kersch, Langsur, Liersberg, Lorich, Mesenich, Metzdorf, Newel, Olk, Sirzenich, Trierweiler und Udelfangen.
Literatur
Literatur und ergänzende Überlieferung in Auswahl:

Fabricius, Wilhelm: Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, die Karte von 1789, Einteilung und Entwickelung der Territorien von 1600 bis 1794, Band 2, Bonn 1898 (Nachdruck 1965).

Die Gemeinde Trierweiler und ihre Dörfer im Wandel der Zeit, Horb am Neckar 2004

Schaus, Emil: Hinterlegte Bestände im Staatsarchiv zu Koblenz, in: Nachrichten-Blatt für rheinische Heimatpflege, Jahrgang 1929/1930, Band 9/10, S. 30-34.
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