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Bestände

Landeshauptarchiv Koblenz

D Städte und Kommunen

D.2 Kommunen

Bestand 655,013 Bürgermeisterei Hamm/Sieg

Bestand 655,013
Bürgermeisterei Hamm/Sieg
Laufzeit
Findbuch
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Umfang
273 Akten: 1750-1948 (6,41 Rgm)
Beschreibung
Bestandsbildner:

Im Zuge des Wiener Kongresses 1814/1815 wurde das Kirchspiel Hamm aufgrund der Verträge vom 31. Mai 1815 zwischen dem Fürstentum Nassau-Oranien, dem Herzogtum Nassau und dem Königreich Preußen vom nassauischen Amt Hachenburg an das Königreich Preußen abgetreten und dem Regierungsbezirk Koblenz in der Provinz Großherzogtum Niederrhein (ab 1822 Rheinprovinz) zugeschlagen. Die Kreiseinteilung des Großherzogtums Niederrhein wurde am 14.05.1816 im Amtsblatt der "Königlichen Regierung zu Koblenz" publiziert. 1817 wurde aus den Ortschaften des Kirchspiels Hamm die Bürgermeisterei Hamm im Kreis Altenkirchen gebildet. Die Bürgermeisterei Hamm (ab 1927 "Amt Hamm") setzte sich aus den 13 Gemeinden Birkenbeul mit den Ortsteilen Kratzhahn, Pfaffenseiffen und Weißenbrüchen, Bitzen mit den Ortsteilen Dünebusch und Pirzenthal (seit 1974 Teil der Stadt Wissen in der Verbandsgemeinde Wissen), Breitscheidt mit den Ortsteilen Mühlental, Pfannenschoppen, Pulvermühle und Thalhausen, Bruchertseifen mit den Ortsteilen Haderschen und Langenbach (1955 kamen die Ortsteile Hofacker und Neuschlade von der Gemeinde Racksen aus der Bürgermeisterei Altenkirchen hinzu), Etzbach mit den Ortsteilen Heckenhof, Herrgottsau und Kohlrich, Forst mit den Ortsteilen Dellingen, Hof Holpe, Kaltau, Lechenbach, Neuhöfchen, Seifen, Seifermühle und Wäldchen, Fürthen mit den Ortsteilen Kappenstein, Mümmelbach, Oppertsau, Opsen und Walbach, Hamm mit den Ortsteilen Scheid, Auermühle und Heinrichshütte, Niederirsen mit dem Ortsteil Ückertseifen, Pracht mit den Ortsteilen Flemmershof, Hassel, Hof Bitzbruch, Hohegrete, Niederhausen und Wickhausen, Roth mit den Ortsteilen Hämmerholz, Hohensayn, Nisterau, Nisterbrück, Nistermühle Oettershagen, Pulvermühle Au und Thal, Seelbach mit dem Ortsteil Marienthal sowie Unterschützen mit dem Ortsteile Heide (Unterschützen und Heide gehören seit 1969 zur neu gebildeten Gemeinde Breitscheidt) zusammen. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte die Bürgermeisterei Hamm der französischen Besatzungszone an und wurde ab August 1946 Teil des neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Rahmen der rheinland-pfälzischen Verwaltungs- und Gebietsreform wurde zum 01. Oktober 1968 aus der Bürgermeisterei Hamm die Verbandsgemeinde Hamm gebildet, der nach Zusammenlegung der Gemeinden Breitscheidt und Unterschützen zur neuen Gemeinde Breitscheidt (s. auch oben) zwölf Ortsgemeinden angehören.

Die Gemeinden der Bürgermeisterei Hamm hatten seit dem Mittelalter zum Kirchspiel Hamm gehört und waren Teil der Grafschaft Sayn. In einer Folge von Verträgen zwischen 1652-1673 war die Grafschaft Sayn zwischen den Erbtöchtern Ernestina und Johanetta in die Grafschaften Sayn-Altenkirchen und Sayn-Hachenburg geteilt worden. Ernestina, die mit Graf Salentin Ernst von Manderscheid verheiratet war, hatte die Grafschaft Sayn-Hachenburg erhalten, zu der auch das Kirchspiel Hamm gehörte hatte. Graf Salentin Ernst hatte die Grafschaft bis zu seinem Tod 1705 verwaltet. Nach der Heirat seiner Tochter Magdalena Christine mit dem Burggrafen Georg Ludwig von Kirchberg war das Gebiet bis 1799 von diesem Geschlecht regiert worden. Anschließend war die Grafschaft an Luise Isabella von Sayn-Hachenburg gefallen, die mit dem Fürsten von Nassau-Weilburg verheiratet gewesen war. Nach dem Zusammenschluss von Nassau-Weilburg und Nassau-Usingen war die Grafschaft Sayn-Hachenburg im August 1806 an das Herzogtum Nassau gefallen. Das Kirchspiel Hamm war bis 1815/1816 Teil des nassauischen Amtes Hachenburg gewesen.
Inhalt
Bestandsgeschichte und -beschreibung:

Im Jahr 1899 wurden von der Bürgermeisterei Hamm Rechnungen des Kirchspiels bzw. der Bürgermeisterei Hamm sowie Gemeinderechnungen im Staatsarchiv Koblenz, Vorgänger des heutigen Landeshauptarchivs, hinterlegt und in den Bestand 655,013 unter Nr. 1-15 (ohne Serienbildung der Rechnungen des Kirchspiels) verzeichnet. Nachdem zu einem späteren Zeitpunkt Archivalien der Bürgermeisterei Hamm an das Staatsarchiv/Landeshauptarchiv gelangt sind, wurde der Bestand neu verzeichnet. Die Rechnungen finden sich jetzt in Bestand 655,013 unter Nr. 255-272. Die Archivalien, die nach Abschluss eines Verwahrungs- und Verwaltungsvertrages mit der Verbandsgemeinde Hamm an das Landeshauptarchiv gelangt sind, befinden sich in den Beständen 655,013 VK und 655,272 VK. Der Bestand umfasst insgesamt 273 Akten mit einer Laufzeit von 1750-1948 und vornehmlich folgende Themen: Verfassung, Verwaltung, Hoheitssachen, Statistik; Staatsangehörigkeit, Ausweisungen, Auswanderung; Justiz; Polizei, Feuerwehr; Gesundheitswesen; Handel, Gewerbe, Bergbau; Bauwesen: Straßen und Wege, Brücken, Eisenbahn, Wasserleitungen, Elektrizität; Verkehr; Unterricht und Kultus: Kirchen, Schulen, Sport, Jugendpflege, Denkmäler, Heimatpflege; Vereine; Fürsorge; Landwirtschaft; Landeskultur; Forst, Jagd und Fischerei; Vermögen und Schulden; Kataster; Rechnungen.
Literatur
Literatur und ergänzende Überlieferung in Auswahl:

Burbach, Brigitte: Hamm an der Sieg, Dorf-Kirchspiel-Gemeinde, Hamm/Sieg 1986

Fabricius, Wilhelm: Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz. Zweiter Band. Die Karte von 1789. Einteilung und Entwickelung der Territorien von 1600 bis 1794, Bonn 1898 (Nachdruck Bonn 1965)

Gensicke, Hellmuth: Landesgeschichte des Westerwaldes, 2. ergänzter Nachdruck, Wiesbaden 1987

Mack, Hans Günther (Hg.): Heimatbuch für Hamm (Sieg) und den Amtsbezirk Hamm (Sieg), Altenkirchen 1956

Schaus, Emil: Hinterlegte Bestände im Staatsarchiv zu Koblenz, in: Nachrichten-Blatt für rheinische Heimatpflege (1929/1930), S. 32

- Landeshauptarchiv Koblenz: Best. 21B (Fürstentum Nassau-Weilburg); Best. 30 (Reichsgrafschaft Sayn-Altenkirchen, -Hachenburg); Best. 345,010 (Nassauisches Amt Hachenburg); Best. 655,013 VK (Bürgermeisterei Hamm/Sieg); Best. 655,272 VK (Verbandsgemeinde Hamm/Sieg)

- Bestände im Kreisarchiv Altenkirchen
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