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Bestände

Landeshauptarchiv Koblenz

D Städte und Kommunen

D.2 Kommunen

Bestand 655,228 Gemeinde Mogendorf

Bestand 655,228
Gemeinde Mogendorf
Laufzeit
Findbuch
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Umfang
108 Akten: 1852-1971 (1,66 Rgm)
Beschreibung
Bestandsbildner:

Gegen Ende des Alten Reiches gehörte das Dorf Mogendorf zum Kirchspiel Nordhofen des Amtes Grenzhausen in der Niedergrafschaft Wied-Neuwied. 1784 wurde der Graf von Wied-Neuwied in den Reichsfürstenstand erhoben. Im Gegensatz zu Wied-Runkel, das seine linksrheinischen Besitzungen an Frankreich verloren hatte und dafür von der Reichsdeputation 1803 entschädigt wurde, war Neuwied aus dem Friedensschluss von Lunéville (1801) ohne territoriale Einbußen hervorgegangen. Das Jahr 1806 brachte Wied-Neuwied infolge der Auflösung des Alten Reiches den Verlust der Reichsunmittelbarkeit sowie der landesherrlichen Selbständigkeit, indem es sich dem Herzogtum Nassau unterordnete. Zusammen mit den übrigen neu einverleibten mediatisierten Gebieten wurde Wied-Neuwied einer eigens errichteten "Administrations-Commission" zu Wiesbaden unterstellt. Die von den früheren Landesherren übernommene Verwaltungseinteilung in Ämter wurde beibehalten, wobei durch Zusammenlegung deren Anzahl zwischen 1806 und 1816 von 62 auf 28 reduziert wurde. 1809 wurde die Administrationskommission zu Wiesbaden aufgehoben. Das Amt Grenzhausen verlagerte seinen Amtssitz nach Selters und wurde der Regierung in Ehrenbreitstein unterstellt. Ab 1816 wurde das Herzogtum zentral von Wiesbaden aus regiert. Das Amt Selters bestand nun aus Teilen der ehemaligen Grafschaften Wied-Neuwied, Sauyn-Hachenburg, Wied-Runkel und Kurtriers, darunter Kirchspiele der Ämter Montabaur, Herschbach und Vallendar. Unterhalb der Ebene der Ämter wurden Gemeindebezirke (Städte bzw. Dörfer) gebildet. Nach der 1866 erfolgten Annexion durch Preußen bildete das Amt Selters 1867 zusammen mit den benachbarten Ämtern Montabaur und Wallmerod den neu eingerichteten Unterwesterwaldkreis mit Sitz in Montabaur im Regierungsbezirk Wiesbaden und war damit Teil der späteren Provinz Hessen-Nassau. Aus dem bisherigen Gemeindebezirk wurde infolge der Landgemeindeordnung für die Provinz Hessen-Nassau 1897 die Landgemeinde Mogendorf im Unterwesterwaldkreis. 1944 wurde die Provinz Hessen-Nassau aufgeteilt und der Regierungsbezirk Wiesbaden vergrößert. Dieser bildete von da an die neue Provinz Nassau, die 1945 an die französische Besatzungszone fiel. Der Unterwesterwaldkreis kam zum Land Rheinland-Pfalz und gehörte zunächst zum Regierungsbezirk Montabaur und nach dessen Auflösung 1968 zum Regierungsbezirk Koblenz. 1971 wurde Mogendorf Ortsgemeinde der neu gebildeten Verbandsgemeinde Wirges im heutigen Westerwaldkreis, der aus einer Fusion des Unterwesterwaldkreises mit dem Oberwesterwaldkreis am 13. März 1974 hervorging.
Inhalt
Bestandsgeschichte und -beschreibung:

Der Best. 655,228 (Gemeinde Mogendorf) wurde mit dem Zugang 1/1977 der Verbandsgemeinde Wirges im Landeshauptarchiv Koblenz als Depositum gebildet. Die damalige Abgabe umfasste 33 Rgm und beinhaltete Provenienzen mehrerer Gemeinden, die heute zur Verbandsgemeinde Wirges gehören und für die jeweils ein eigener Bestand gebildet wurde (vgl. Vorwort zum Best. 655,193 Gemeinde Wirges). Der Best. 655,228 besteht aus 108 Archivalien (1,7 Rgm), die sich vorwiegend auf Sachakten sowie einige Amtsbücher (drei Protokollbücher der Gemeinde und zwei Brandkataster) verteilen und einen Zeitraum von 1852-1971 abdecken. Bei den Akten handelt es sich überwiegend um Vorgänge aus dem 20. Jahrhundert. Ältere Akten waren bereits bei der Bewertung vor Ort am 26. Mai 1976 nur in sehr geringer Menge vorhanden. Es wurde seinerzeit sehr vorsichtig kassiert. Lediglich von solchen Aktengruppen, wie z. B. Fürsorgeakten und Unterlagen zur Ordnungspolizei, wurde kaum etwas übernommen. Inhaltlich werden die Bereiche Verfassung und Staatsverwaltung, Gemeindeverwaltung, Gemeindefinanzen, Bauwesen, Polizei und Justiz, Gesundheitswesen, Soziales, Kultur, Wirtschaft und Verkehr, Landwirtschaft und Viehzucht, Krieg und Besatzung überliefert.
Literatur
Literatur und ergänzende Überlieferung in Auswahl:

Bär, Max: Die Behördenverfassung der Rheinprovinz seit 1815, in: Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde, Band 35. Zweiter Nachdruck der Ausgabe Bonn 1919, Düsseldorf 1999

Becker, Kurt: Die territoriale und administrative Entwicklung des Kreises Neuwied, in: Heimatchronik des Kreises Neuwied (Heimatchroniken der Städte und Kreise des Bundesgebietes, 31), Köln 1966, S. 101-158

Fabricius, Wilhelm: Erläuterungen zum Geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, zweiter Band: Die Karte von 1789 - Einteilung und Entwicklung der Territorien von 1600 bis 1794, Nachdruck der Ausgabe von 1898, Bonn 1965

Lissek, Vincens M.: Die Mediatisierung des Fürstentums Wied-Neuwied (1806-1848), in: Nassauische Annalen, Jahrbuch des Vereins für nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung, Band 80,Wiesbaden 1969, S. 158-239

Stadtverwaltung Wirges (Hrsg.): Stadt Wirges, Festschrift anlässlich der Erhebung zur Stadt am 10. Mai 1975, Wirges 1975

Weidenbach, A. J.: Nassauische Territorien nach dem Besitzstande unmittelbar vor der französischen Revolution bis 1866, in: Annalen des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung, 10. Band, Wiesbaden 1870, S. 253-360

Landeshauptarchiv Koblenz:

Best. 507 VK: Kreisverwaltung Westerwaldkreis in Montabaur, (1874-) 1974-2014

Best. 807: Landratsamt Montabaur (Unterwesterwaldkreis), 1901-1980

Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden:

Best. 211: Landesregierung

Best. 241: Selters (Grenzhausen)

Best. 338: Grafschaft Wied-Neuwied

Best. 405: Regierungspräsidium Wiesbaden

Best. 456/37: Selters

Fürstlich Wiedisches Archiv Neuwied
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