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Bestände

Landeshauptarchiv Koblenz

A Die Zeit des Alten Reiches

A.2 Klöster und Stifte

Bestand 74 Boppard, Stift St. Severus (Propstei des Kollegiatstiftes St. Martin in Worms)

Bestand 74
Boppard, Stift St. Severus (Propstei des Kollegiatstiftes St. Martin in Worms)
Laufzeit
Umfang
252 Urkunden: (991-1192) 1234-1777; 25 Akten: 1624-1801 (1,0 Rgm)
Beschreibung
Bestandsbildner:

Kaiser Otto II. schenkte 975 der Peterskirche in Boppard drei Königshufen in Kratzenburg, die gegen Ende des 10. Jh. an das Stift St. Martin in Worms fielen, dem Kaiser Otto III. im Jahr 1000 auch die bislang dem Propst Nannichius der Peterskirche vorbehaltenen Einkünfte schenkte. Aus dieser Schenkung ist indirekt die zwischenzeitlich erfolgte Bildung einer Kanonikergemeinschaft zu erschließen, wobei das Stiftskapitel 1179 (dort ist Severus neben Petrus erstmals als Patron genannt) vier Mitglieder umfasste, die aus ihren Einkünften ein fünftes Kanonikat stifteten. Die Bedeutung des Stifts für die Stadt Boppard zeigt sich u.a. darin, dass die Stadt die Kirche in ihrem Siegel abbildete. Um 1300 ist das Stift dann auf sechs Kanonikate gewachsen, die bis in das 16. Jh. bestanden. Neben dem Probst gab es mit dem Kustos nur noch eine weitere Dignität, die jedoch 1241 dem Wormser Stift inkorporiert wurde. Die Wormser Propstei fiel 1521 durch einen Verzicht des Propstes Otto (seit 1495 Domkapitular in Trier und seit 1503 Archidiakon von Tholey) als Tafelgut an Erzbischof Richard von Trier, der dann als Propst von St. Martin in Boppard die Kirchen des alten Bopparder Großpfarreibezirks und auf dem Hunsrück sowie an der Bopparder Stiftskirche die sechs Kanonikate und 16 Vikarien besetzte. Die durch Papst Leo X. vorgenommene Inkorporierung wurde von Kaiser Karl V. bestätigt. Unter Erzbischof Johann V. von Trier wurde eine Stiftsreform mit dem Ziel einer Verkleinerung des Kapitels eingeleitet, damit die Inhaber der verbleibenden Präbenden ihrer Residenzpflicht besser nachkommen konnten. Als der letzte Kanoniker 1602 starb, begann 1603 die Reihe der Bopparder Präbendaten ohne Kanonikertitel. Das Stift wurde endgültig aber erst 1802 aufgehoben.
Inhalt
Bestandsgeschichte und -beschreibung:

Der im LHA Ko archivierte Bestand umfasst inhaltlich vor allem Korrespondenz mit Kurtrier und dem Kapitel von Worms, Kellereirechnungen, Unterlagen zu Gütern, Zehnten und Zinsen, Fehdebriefe.
Literatur
Literatur und ergänzende Überlieferung in Auswahl:

Pauly, Ferdinand: Zur Topographie der Kollegiat-Stifte in Boppard, St. Goar und Oberwesel. In: Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte 30 (1978), S. 59-66;

Pauly, Ferdinand: Die Stifte St.-Severus in Boppard, St. Goar in St. Goar, Liebfrauen in Oberwesel, St. Martin in Oberwesel. (Germania sacra. N.F. Die Bistümer der Kirchenprovinz Trier: Das Erzbistum Trier, 14,2). Berlin/New York 1980, S. 1ff.

Ledebur, Alkmar von: Die Kunstdenkmäler des Rhein-Hunsrück-Kreises. (Die Kunstdenkmäler von Rheinland-Pfalz, 8). Bd. 2,1, Teil I, Ehemaliger Kreis St. Goar. Stadt Boppard. München 1988, S. 195-269.

Brommer, Peter/Krümmel, Achim: Klöster und Stifte am Mittelrhein. (Wegweiser Mittelrhein, 6). Koblenz 1998, S. 107

Heinz, Stefan/Schmid, Wolfgang: Boppard, Stiftskirche St. Severus. In: Rheinischer Verein für Denkmlapflege und Landschaftsschutz (Hrsg.), Klosterführer Rheinland. Köln 2003, S. 164f.

Kern, Susanne: Die Inschriften der katholischen Pfarrkirche St. Severus in Boppard. (Inschriften Mittelrhein-Hunsrück, 4). Mainz 2008

Götz, Ernst/Kern, Susanne: St. Severus in Boppard. (Rheinische Kunststätten, 540). Neuss 2013

Schmid, Reinhard: Boppard - Stift St. Severus. Archivalien und Literatur. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http://www.klosterlexikon-rlp.de/mittelrhein-lahn-taunus/boppard-stift-st-severus/archivalien-und-literatur.html> (Letzter Aufruf: 09.05.18)
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