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Bestände

Landeshauptarchiv Koblenz

A Die Zeit des Alten Reiches

A.2 Klöster und Stifte

Bestand 215 Trier, Kollegiatstift St. Simeon

Bestand 215
Trier, Kollegiatstift St. Simeon
Laufzeit
Findbuch
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Umfang
1.549 Urkunden: (1041-1048) 1052-1792; 535 Akten: (1084-1288) 1324-1810 (11,91 Rgm)
Beschreibung
Bestandsbildner:

Vermutlich ist nach dem Tod des hl. Simeon von Trier 1035 im Umfeld von dessen Grab an der Porta Nigra in Trier eine Kultstätte entstanden, deren Betreuung durch eine Kleriker- oder Laiengemeinschaft vorgenommen wurde. Erzbischof Poppo von Trier (1016-1047) gilt als Initiator zur Errichtung eines Stifts dort. Er sorgte für eine fundierte wirtschaftliche Ausstattung der Gemeinschaft. Eine formelle Stiftsverfassung ist frühestens jedoch erst 1048 erkennbar. Das Stiftskapitel ist und bleibt in der Folge eng mit dem Erzbischof und der erzbischöflichen Verwaltung vernetzt. Der Reform Erzbischofs Jakob I. von Trier 1443 hinsichtlich der Pfründen-Wirtschaft schloss sich das Stift bereitwillig an. An der Gründung der Trierer Universität 1473 beteiligte es sich mit Stellung des zweiten Rektors und einer seiner Pfründen; außerdem richtete es eine "öffentliche" Bibliothek ein, die bis ins 18. Jh. hinein die Funktion einer Universitätsbibliothek in Trier einnahm. Unter den Kanonikern und Dekanen von St. Simeon ragt der Kirchenhistoriker, Rechtsprofessor, Weihbischof und Verfasser des "Febronius", Johann Nikolaus von Hontheim (1713-1790), heraus. Im Zuge der Besetzung Kurtriers durch französische Revolutionstruppen 1794 wurde das Stift 1802 aufgelöst.
Inhalt
Bestandsgeschichte und -beschreibung:

Das Stiftsarchiv ist nach Besetzung Kurtriers 1794 durch französische Revolutionstruppen bis auf wenige Ausnahmen in Trier geblieben. Mit Aufhebung des Stifts 1802 wurde das Archiv verstaatlicht und gelangte in das Departementalsarchiv und schließlich zu Anfang des 19. Jh. in das Staatsarchiv Koblenz.

Der im LHA Ko archivierte Bestand umfasst inhaltlich Kopiare, Sammlung von Urkundenabschriften, Kapitelsprotokolle, Unterlagen zu den Statuten, zur inneren Verfassung und Besetzung von Kanonikaten und Vikarien, zu Dienstmannen, Archiv und Registratur, zur Wirtschaftsführung (Güter und Rechte des Propstes, Kirchenfabrik und Stiftshäuser, Hospital und Vikarien), Rechnungen (Propstei, Kellerei, Präsenz/Almosen, Fabrik, Nikolaus-Hospital, Stiftung Pergener, Stiftung Bruerius, Bruderschaft BMV), schließlich zum Besitz.
Literatur
Literatur und ergänzende Überlieferung in Auswahl:

Bunjes, Hermann/Irsch, Nikolaus/ Kentenich, Gottfried/ Kutzbach, Friedrich/ Lückger, Hans: Die kirchlichen Denkmäler der Stadt Trier mit Ausnahme des Domes. (Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, 13; Die Kunstdenkmäler der Stadt Trier, 3). Düsseldorf 1938, S. 463-497

Spoo, Hermann: Das Stift St. Simeon zu Trier, ein Zufluchtsort im Zeitalter des Barock. In: Trierisches Jahrbuch (1952), S. 5-15

Heyen, Franz-Josef: Das Stift St. Simeon in Trier. (Germania sacra NF, 41; Das Erzbistum Trier, 9). Berlin/New York 2002
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