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Ergebnis

Bestände

Landeshauptarchiv Koblenz

A Die Zeit des Alten Reiches

A.2 Klöster und Stifte

Bestand 171 St. Thomas an der Kyll, Zisterzienserinnenkloster

Bestand 171
St. Thomas an der Kyll, Zisterzienserinnenkloster
Laufzeit
Umfang
344 Urkunden: 1185-1784; 218 Akten: [12. Jh.]-1802 (2,15 Rgm)
Beschreibung
Bestandsbildner:

Das im Kylltal, wenige Kilometer nördlich von Kyllburg gelegene Kloster St. Thomas zählt zu den ältesten deutschen Frauenzisterzen. Es tritt zum ersten Mal in einer 1185 ausgefertigten Urkunde in Erscheinung, die verschiedene Stiftungen nachträglich zusammenfasst. Die Gründung, zu der Ritter Ludwig von Deudesfeld maßgeblich beitrug, lässt sich in die Mitte der 1170er Jahre datieren. Seine Töchter gehörten zum Gründungskonvent, außerdem einige Frauen aus Köln. Die Kapelle von St. Thomas, die die Nonnen anfangs nutzten, ist eine der frühesten kontinentalen Kultstätten des 1170 in der Kathedrale von Canterbury ermordeten, 1173 heiliggesprochenen Erzbischofs Thomas Becket. An der Klostergründung war der Abt von Himmerod beteiligt, der die Zisterzienserinnen danach als Vaterabt betreute. Diese Aufgabe nahm er stellvertretend für den Abt von Clairvaux wahr, zu dessen Klosterfamilie St. Thomas eigentlich gehörte. 1188 gründete der Konvent ein Tochterkloster in Hoven bei Zülpich. Mit der damit verbundenen Güterteilung endeten die Beziehungen nach Köln. Intensive wirtschaftliche und rechtliche Beziehungen unterhielt die Abtei St. Thomas nach Trier. Die erhaltene, frühgotische Klosterkirche von St. Thomas wurde 1222 geweiht. Eine Vielzahl von Bildnisgrabplatten des Mittelalters und der Frühen Neuzeit unter der Nonnenempore zeugen von den Verbindungen der Abtei zum niederen Adel aus der westlichen Eifel und dem mittleren Moselraum. Die Klostergebäude wurden im barocken Stil neu errichtet, nachdem ein Brand 1742 die älteren, um 1667 renovierten Gebäude und das Kirchendach zerstört hatte. Die Geschichte der Abtei in Spätmittelalter und Früher Neuzeit ist noch unbearbeitet. 1802 wurde das Kloster aufgehoben und die Anlage mit Ausnahme der Kirche versteigert. Die Gebäude erhielten später unterschiedliche kirchliche Nutzungen.
Inhalt
Bestandsgeschichte und -beschreibung:

344 Urkunden: 1185-1784; 218 Akten: [12. Jh.]-1802 (2 Rgm): Kopiare; Äbtissin; Rechnungen; Güter und Rechte; Wald, Jagd und Fischerei.

Die Urkunden sind bisher nur über ein Repertorium des 19. Jahrhunderts zugänglich. Die Akten und Amtsbücher wurden im 20. Jahrhundert verzeichnet und die Titel später in die Archivdatenbank übertragen.
Literatur
Literatur und ergänzende Überlieferung in Auswahl:

Hartmann, Ulrich: Das Zisterzienserinnenkloster St. Thomas an der Kyll. Von den Anfängen in den 1170er Jahren bis zum ausgehenden 14. Jahrhundert (Quellen und Abhandlungen zur mittelrheinischen Kirchengeschichte 118) Mainz 2007.

St. Thomas an der Kyll, Zeit und Geist, Beiträge zur Geschichte der ehemaligen Zisterzienserinnenabtei, hrsg. vom Bischöflichen Priesterhaus St. Thomas, St. Thomas an der Kyll 1980.

LHA Koblenz, Bestand 1 A; Bestand 1 C; Bestand 276, Bestand 442.

Trier, Stadtbibliothek/Stadtarchiv, Urkunden; Hs. 1149/451: Liber precum, Zisterzienserinnengebetbuch, um 1300.

Mons, Bibliothèque Universitaire, 26/210, 2 Bände: Legendarium.
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