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Ergebnis

Bestände

Landeshauptarchiv Koblenz

G Behörden ehemals nassauischer Landesteile

Bestand 806 Landratsamt Marienberg/Westerburg (Oberwesterwaldkreis)

Bestand 806
Landratsamt Marienberg/Westerburg (Oberwesterwaldkreis)
Laufzeit
Findbuch
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Umfang
445 Akten: 1850-1981 (8,57 Rgm)
Beschreibung
Bestandsbildner:

Nach der Annexion des Herzogtums Nassau durch das Königreich Preußen 1866 wurde durch Verordnung vom 22. Februar 1867 aus den nassauischen Ämtern Hachenburg, Marienberg und Rennerod der Oberwesterwaldkreis mit Sitz in Marienberg gebildet. Er gehörte zum Regierungsbezirk Wiesbaden in der preußischen Provinz Hessen-Nassau. Die Ämter blieben zunächst als untergeordnete Verwaltungsbezirke bestehen. Dem Kreis stand ein Landrat vor, der als neuer Vorgesetzter des Amtmannes fungierte. Dieser war nur noch das mit der Aufsicht über die Ortspolizeibehörde beauftragte Organ des Landrates (zu den Aufgaben des Amtmannes vgl. Sammelvorwort zu den Bestandsgruppen 345 und 815). Die Rechtspflege wurde von der Verwaltung in der unteren Instanz getrennt. Durch Verordnung vom 26. Juni 1867 wurden für jedes Amt Amtsgerichte als judikative Organe installiert. Auf Grund des Ausführungsgesetzes zum deutschen Gerichtsverfassungsgesetz vom 24. April 1878 wurden neue Amtsgerichtsbezirke sowie neue Amtsgerichte gebildet. Zum Amtsgericht Marienberg gehörte das Amt Marienberg mit Ausnahme der Orte Bretthausen, Liebenscheid, Löhnfeld, Stein, Neukirch, Weißenberg und Willingen, welche zusammen mit dem Amt Rennerod zum Amtsgericht Rennerod zählten. Beide Amtsgerichte gehörten zum Landgerichtsbezirk Limburg. Für das Amt Hachenburg (und den Orten Dreifelden, Linden, Schmidthahn und Steinebach aus dem Amt Selters) war das Amtsgericht Hachenburg zuständig, welches Teil des Landgerichtsbezirk Neuwied war. Mit der Kreisordnung für die Provinz Hessen-Nassau vom 7. Juni 1885 wurden mit Wirkung vom 1. April 1886 die Ämter als Verwaltungsbezirke unterhalb der Kreise aufgehoben und eine Neuordnung der Kreiseinteilung von 1867 geregelt. Aus dem ehemals zum Oberwesterwaldkreis gehörenden Amt Rennerod, von dem der Ort Rückershausen abgetrennt und zum Oberlahnkreis verwiesen wurde, sowie dem Amt Wallmerod, welches zuvor zum Unterwesterwaldkreis zählte, wurde 1886 der Kreis Westerburg mit Sitz in Westerburg neu gebildet. Der Oberwesterwaldkreis setzte sich fortan aus den bisherigen Ämtern Hachenburg und Marienberg (Sitz des Kreises) sowie den Gemeinden Dreifelden, Linden, Schmidthahn und Steinebach aus dem ehemaligen Amt Selters zusammen. Der Unterwesterwaldkreis, der sich seit 1867 aus den Ämtern Montabaur, Selters und Wallmerod zusammensetzte, bestand ab April 1886 aus den Ämtern Montabaur und Selters mit Ausnahme der zum Oberwesterwaldkreis gekommenen Gemeinden. Im Rahmen der Neugliederung von Landkreisen vom 1. August 1932 wurden mit Wirkung vom 1. Oktober 1932 die Gemeinden Girod, Goldhausen, Görgeshausen, Großholbach, Heilberscheid, Hundsangen, Kleinholbach, Nentershausen, Niedererbach, Nomborn, Obererbach, Oberhausen, Pütschbach, Ruppach, Steinefrenz und Weroth aus dem Kreis Westerburg in den Unterwesterwaldkreis eingegliedert. Die Kreise Westerburg und Oberwesterwaldkreis wurden aufgelöst und ihr Territorium zum neuen Kreis Westerburg (mit Sitz in Westerburg) zusammengeschlossen, der ab 1933 Oberwesterwaldkreis hieß. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörten die vier ehemals nassauischen Kreise Ober- und Unterwesterwald, Unterlahn- und St. Goarshausen der französischen Besatzungszone an. Am 3. August 1945 wurden sie vorläufig dem Regierungsbezirk Koblenz zugewiesen. Bei Gründung der Provinz Rheinland-Hessen-Nassau mit Sitz in Koblenz am 2. Januar 1946 wurde bestimmt, dass für diese Kreise ein besonderer Regierungsbezirk geschaffen werden sollte. Am 2. Mai 1946 wurde der Regierungsbezirk Montabaur gebildet, der im August 1946 Teil des neu gegründeten Landes Rheinland-Pfalz wurde. Am 1. Oktober 1968 erfolgte die Auflösung des Regierungsbezirks Montabaur und die Integration des Territoriums in den neuen Regierungsbezirk Koblenz. Die Gemeinde Berod bei Hachenburg wurde am 07. November 1970 vom Oberwesterwaldkreis in den Landkreis Altenkirchen eingegliedert. Außerdem wurden am gleichen Tag die Gemeinde Düringen sowie am 29. Januar 1971 die Gemeinden Niedersayn und Sainerholz vom Oberwesterwaldkreis in den Unterwesterwaldkreis umgegliedert. Die Vereinigung von Ober- und Unterwesterwaldkreis zum Landkreis Westerwald mit Sitz in Montabaur wurde zum 16. März 1974 umgesetzt. Am 1. August 1974 erfolgte die Umbenennung in Westerwaldkreis.

Vor 1866 hatte das Gebiet des Oberwesterwaldkreises von 1806 bis 1866 überwiegend zum Herzogtum Nassau gehört. Für die Zeit vor 1806 war das Gebiet Teil von unterschiedlichen Territorien gewesen, vgl. hierzu Kurzvorworte zu den Beständen 815,003 (Nassauisches Amt Hachenburg), 815,004 (Nassauisches Amt Marienberg), 815,008 (Nassauisches Amt Rennerod) sowie 815,010 (Nassauisches Amt Selters).
Inhalt
Bestandsgeschichte und -beschreibung:

Am 09. Februar 1990 (Zugang 11/90) und 26.07.1991 (Zugang 75/91) wurden von der Kreisverwaltung des Westerwaldkreises Archivalien an das Landeshauptarchiv Koblenz abgegeben. Die Archivalien dieser Zugänge wurden überwiegend gemäß ihrer Provenienz in die Bestände 507 (Kreisverwaltung Westerwaldkreis in Montabaur), 806 (Landratsamt Marienberg/Westerburg (Oberwesterwaldkreis)) und 807 (Landratsamt Montabaur (Unterwesterwaldkreis)) eingegliedert. Im Januar 2016 und November 2018 wurden zwei Lehrerpersonalakten aus dem Zugang 23/1999 in den Bestand 806 verzeichnet.

Der Bestand 806 umfasst 445 Verzeichnungseinheiten mit einer Laufzeit von 1850 bis 1981 und vornehmlich folgende Themen: Hoheitssachen; Wahlen; Kreisverwaltung und Kreisreformen; Kreisorgane; staatliche Überwachung und Verfolgung; 2. Weltkrieg; Rechnungs- und Gemeindeprüfungsamt; Steuern; Sozialamt; Flüchtlingsamt. Im Bestand 806 befinden sich auch Archivalien aus der Zeit nach der Auflösung des Oberwesterwaldkreises.
Literatur
Literatur und ergänzende Überlieferung in Auswahl:

Gensicke, Hellmuth: Landesgeschichte des Westerwaldes, 2. ergänzter Nachdruck, Wiesbaden 1987

Hubatsch, Walther (Hrsg.): Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815-1945. Reihe A: Preußen. Band 11: Hessen-Nassau (einschl. Vorgänger-Staaten). Mit einem Beitrag von Wolfgang Klötzer bearbeitet von Thomas Klein, Marburg 1979

Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006 (Band 393 Statistische Bände), Bad Ems 2006

Treichel, Eckhardt: Der Primat der Bürokratie. Bürokratischer Staat und Bürokratische Elite im Herzogtum Nassau 1806-1866, Stuttgart 1991

Vix, Ernst: Die Verwaltung des Herzogtums Nassau 1806-1866, Mainz 1950

Vogel, Christian Daniel: Beschreibung des Herzogthums Nassau, Wiesbaden 1843

Weidenbach, Anton Joseph: Nassauische Territorien vom Besitzstande unmittelbar vor der französischen Revolution bis 1866, in: Annalen des Vereins für Nassauische Alterthumskunde und Geschichtsforschung 10 (1870), S. 253-360

Zabel, Norbert: Räumliche Behördenorganisation im Herzogtum Nassau (1806-1866), Wiesbaden 1981

- Landeshauptarchiv Koblenz: Best. 1A-1E (Erzstift und Kurfürstentum Trier); Best. 2 (Erzstift und Kurfürstentum Köln); Best. 21A (Fürstentum Nassau-Dillenburg); Best. 21B (Fürstentum Nassau-Weilburg); Best. 30 (Reichsgrafschaft Sayn-Altenkirchen, -Hachenburg); Best. 35 (Reichsgrafschaft Wied-Runkel (Wied-Isenburg)); Best. 331 (Nassauische Zentralbehörden); Best. 332 (Nassauische Regierung zu Ehrenbreitstein); Best. 333 (Nassauische Regierung zu Hachenburg); Best. 333A (Nassauische Regierung zu Altenkirchen); Best. 334 (Nassauische Regierung zu Wiesbaden); Best. 336 (Administrationskommission zu Wiesbaden); Best. 337 (Konsistorien und Konsistorialkonvente); Best. 338 (Oberappellationsgericht in Hadamar, Diez und Wiesbaden); Best. 339 (Hofgericht zu Wiesbaden); Best. 340 (Justizsenat zu Ehrenbreitstein); Best. 341 (Bergämter); Best. 342,002-004 und Best. 342,007-008 (Nassauische Finanzbehörden); Best. 343 (Wege- und Uferbaudirektion); Best. 345 (Nassauische Ämter für Verwaltung und Justiz); Best. 346 (Nassauische Amtsrenteien); 456 VK (Landratsamt Westerburg 1886-1932); Best. 507 und 507 VK (Kreisverwaltung des Westerwaldkreises in Montabaur); Best. 806 VK (Landratsamt Marienberg/Westerburg (Oberwesterwaldkreis)) Best. 807 und 807 VK (Landratsamt Montabaur (Unterwesterwaldkreis)); 815 (Nassauische Ämter für Verwaltung und Justiz)

- Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abteilung Rheinland, Duisburg: Best. 140.40.01 (Nassauer Behörden)

- Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden: Bestände in der Tektonik unter 1.4.2 (Kurtrier), 1.5 (Nassauische Territorien) und 2 (Herzogtum Nassau); Bestände 414 (Oberwesterwaldkreis), 419 (Unterwesterwaldkreis) und 421 (Kreis Westerburg)

- Archiv der Fürsten zu Wied
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