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Bestände

Landeshauptarchiv Koblenz

D Städte und Kommunen

D.1 Städte

Bestand 615 Stadt Bernkastel-Kues

Bestand 615
Stadt Bernkastel-Kues
Laufzeit
Findbuch
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Umfang
13 Urkunden, 1160 Akten: 1543-1980 (24,59 Rgm)
Beschreibung
Bestandsbildner:

Der Name Bernkastel-Kues geht zurück auf die 1905 erfolgte Eingemeindung der Landgemeinde Kues in die Stadt Bernkastel. Seit 1280 gehörte Bernkastel zum Erzstift und Kurfürstentum Trier und besaß seit 1291 Stadtrechte, die ihm von König Rudolf I. von Habsburg verliehen worden waren. Im 18. Jahrhundert war die Stadt Sitz des Oberamtes und des Amtes Bernkastel sowie Gerichtsort für die Zivilgerichtsbarkeit. Nach der Eroberung durch französische Revolutionstruppen im Oktober 1794 wurde die Stadt 1798 Kantons-Munizipalität und von 1800 bis 1814 war sie Sitz einer französischen Mairie im Arrondissement Trier des Saardepartements mit dem Hauptort Trier. Infolge des 1801 geschlossenen Friedens von Lunéville wurde das linksrheinische Gebiet völkerrechtlich an Frankreich abgetreten.

Nach der Niederlage Frankreichs im Herbst 1813 kamen dessen eroberte linksrheinische Gebiete unter eine gemeinschaftliche Zentralverwaltung der verbündeten Siegermächte, die die nördlich der Mosel gelegenen Teile dem Generalgouvernement Nieder- und Mittelrhein, welches ab 1814 von Preußen verwaltet wurde, zuwiesen. Während die Gemeinde Kues mit der Mairie Lieser im Arrondissement Prüm des Rhein-Mosel-Departements zum Generalgouvernement kam, stand die Mairie Bernkastel vorübergehend unter der Verwaltung der österreichisch-bayerischen "Landesadministrations-Commission" mit Sitz in Kreuznach, deren gemeinschaftliches Gouvernement die südlich der Mosel liegenden Teile der ehemals französischen linksrheinischen Gebiete umfasste. Im Jahr 1815 übernahm König Friedrich Wilhelm III. von Preußen aufgrund der Beschlüsse des Wiener Kongresses den Besitz über das Gebiet nördlich der Mosel, dessen südliche Grenze bis zur Nahe verschoben wurde. Das Königreich Preußen knüpfte an die vorhandene französische Verwaltungsstruktur an. Die Mairien wurden in Bürgermeistereien überführt sowie im ehemaligen Saardepartement der Regierungsbezirk Trier mit Stadt- und Landkreisen gebildet.

Zunächst Bestandteil des Kreises Trier wurde die Bürgermeisterei Bernkastel 1816 selbst Kreisstadt und Sitz eines Landrates. Vom 22.4.1816 bis zum 31.3.1905 - dem Tag ihrer Eingemeindung in die Stadt Bernkastel - gehörte die Gemeinde Kues mit der Bürgermeisterei Lieser dem Kreis Bernkastel an. Der Landkreis Bernkastel bestand bis zur Verwaltungsreform 1969. Durch das 3. Landesgesetz über die Verwaltungsvereinfachung im Lande Rheinland-Pfalz vom 12. November 1968 wurde der Landkreis Bernkastel aufgelöst und mit Gemeinden des aufgelösten Landkreises Wittlich und des Landkreises Zell zum Landkreis Bernkastel-Wittlich zusammengeschlossen. Nach Durchführung des 5. Landesgesetzes über die Verwaltungsvereinfachung im Lande Rheinland-Pfalz vom 14.2.1969 wurde die Stadt Bernkastel-Kues verbandsangehörige Ortsgemeinde der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues im Landkreis Bernkastel-Wittlich. Außerdem gehören zur Verbandsgemeinde die ehemaligen Ämter Bernkastel-Land, Lieser, Mülheim und Zeltingen.
Inhalt
Bestandsgeschichte und -beschreibung:

Der Best. 615 (Stadt Bernkastel-Kues) wurde mit den Deposita der Stadt Bernkastel-Kues vom 10. April 1984 (Zugang 32/1984) und der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues vom November 1991 (Zugang 92/1991) gebildet. Die Abgabe von 1984 umfasste 15 Rgm und beinhaltete v. a. Amtsbücher, Protokolle und Rechnungen, die einen Zeitraum vom 15. bis zum Ende des 19. Jahrhunderts abdecken. Wegen der historischen Bedeutung der städtischen Überlieferung wurden keine Kassanda bestimmt. Demgegenüber hatte die Abgabe der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues von 1991 einen Umfang von insgesamt 92 Rgm. Sie erfasste neben Provenienzen der Amtsverwaltungen der Bürgermeistereien Mülheim (45 Rgm) und Lieser (36 Rgm), die in die bereits bestehenden Bestände 655,212 (Bürgermeisterei Mülheim) und 655,213 (Bürgermeisterei Lieser) eingeordnet wurden, auch 11 Rgm gänzlich unbewertete Altakten der Stadt Bernkastel-Kues aus der Zeit von 1877-1976, von denen insgesamt etwa 5 Rgm, überwiegend Generalakten aus den Bereichen Allgemeine Verwaltung, Öffentliche Sicherheit und Ordnung und Soziale Angelegenheiten, kassiert wurden. Das als archivwürdig eingestufte Schriftgut (Nr. 943-1173) machte abschließend knapp 4 Rgm aus. Der Gesamtbestand der Stadt Bernkastel-Kues umfasst nunmehr insgesamt 24,75 Rgm. Er besteht aus 13 Urkunden und 1160 Akten. Seine Laufzeit erstreckt sich über einen Zeitraum von 1494-1980.

Das Klassifikationsschema ist dreiteilig, was auf das Signaturschema der ehemaligen Registraturordnung zurückzuführen ist, und orientiert sich für die Zeit nach 1945 an der Systematik des Musteraktenplans für Kommunen in Rheinland-Pfalz.

Inhaltlich werden folgende Bereiche abgedeckt: Zeit des Alten Reiches (Klassifikationspunkt 01): Urkunden und Einzelschreiben; Akten und Amtsbücher (Amtsverwaltung; Stadtverfassung und -verwaltung; Steuern und Kontributionen; Gerichtswesen; Polizeisachen; Güter und Liegenschaften; Gewerbe und Handel; Wohlfahrt; Militär- und Kriegssachen); Französische Verwaltung und Übergangszeit (Klassifikationspunkt 02): Landeshoheit und Verwaltung; Domänenverwaltung; Stadtverfassung und -verwaltung (Rat und Gericht, Haushalt, Registratur); Heilig-Geist-Hospital und Heilig-Geist-Armenspende; Militär- und Kriegssachen; Nachbargemeinden. Die Überlieferung der preußischen Zeit und der Zeit nach 1945 (Klassifikationspunkt 03) bildet nahezu die gesamte Bandbreite der Amtsverwaltung ab: Allgemeine Verwaltung; öffentliche Sicherheit und Ordnung; Schulen; Kultur; soziale Angelegenheiten; Gesundheitswesen; Bau- und Wohnungswesen; öffentliche Einrichtungen und Wirtschaftsförderung; wirtschaftliche Unternehmen; Finanzen und Steuern. Ergänzt wird diese Aktenüberlieferung durch eine Zeitungsausschnittsammlung zu verschiedenen Themen.
Literatur
SLiteratur und ergänzende Überlieferung in Auswahl:

Schulz, Gabriele: Inventar Stadt Bernkastel-Kues, in: Veröffentlichungen aus rheinland-pfälzischen und saarländischen Archiven ("Kleine Reihe"), Heft 37, Landeshauptarchiv Koblenz: Bestand 615, Koblenz 1985

Schmitt, Franz: Chronik von Cues, Stadt Bernkastel-Kues (Hrsg.), Bernkastel-Kues 1981

Schmitt, Franz: Bernkastel im Wandel der Zeiten, Stadt Bernkastel-Kues (Hrsg.), Bernkastel-Kues 1985

Bernkastel-Kues in Geschichte und Gegenwart, Festschrift zum 700-jährigen Stadtjubiläum 1991, Stadt Bernkastel-Kues 1991

Landeshauptarchiv Koblenz (LHAKo):

Best. 1A Erzstift und Kurfürstentum Trier: Urkunden der geistlichen und staatlichen Verwaltung

Best. 1C Erzstift und Kurfürstentum Trier: Akten der geistlichen und staatlichen Verwaltung

Best. 33 Reichsgrafschaft Sponheim

Best. 276 Präfektur des Saardepartements zu Trier

Best. 402 Oberpräsidium des Großherzogtums Niederrhein

Best. 403 Oberpräsidium der Rheinprovinz

Best. 442 Bezirksregierung Trier

Best. 457 Landratsamt Bernkastel

Best. 702 Karten und Pläne
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