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Bestände

Landeshauptarchiv Koblenz

D Städte und Kommunen

D.1 Städte

Bestand 635 Stadt Remagen

Bestand 635
Stadt Remagen
Laufzeit
Findbuch
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Umfang
64 Urkunden (85 Urkundenregesten): 1227-1794, 842 Akten: 13. Jh.-1961 (12,16 Rgm)
Beschreibung
Bestandsbildner:

In merowingischer und karolingischer Zeit bildete die spätere Stadt Remagen den Mittelpunkt eines königlichen Fiskalhofes. Als Reichsgut wird die Ortschaft noch 1205 bezeichnet, nachdem Teile des Besitzes und der Rechte der deutschen Könige schon längst in andere Hände - vor allem der Abteien Prüm, Deutz und Siegburg - übergegangen waren. Während der Prümer Besitzkomplex an der Ahrmündung sich bald wieder auflöste, blieben die Abteien Deutz und Siegburg (Apollinarisberg) bis zum Ende des alten Reiches in Remagen präsent.

Die königliche Restdomäne wurde zwischen 1200 und 1230 den Grafen von Berg verpfändet und vom Reichsoberhaupt in der Folgezeit mehrmals bestätigt. Erst 1357 gestattete Kaiser Karl IV den Pfandschaftsinhabern, Remagen mit städtischen Rechten auszustatten. Neben dem eigentlichen Stadtrecht erlangte Remagen im 14. Jh. von den Grafen von Berg das Marktrecht sowie das Recht der Akzisenerhebung zum eigenen Bedarf. Ab 1397 begann für die Stadt eine Zeit wechselvoller Verpfändungen durch die Grafen von Berg sowie deren Erben, die Grafen bzw. Herzöge von Jülich-Berg. Diese Epoche endete zunächst 1560, nachdem die Stadt zuletzt über ein Jahrhundert hindurch den Kölner Erzbischöfen verpfändet gewesen war. Eine letzte Verpfändung 1688 an Kurtrier durch die Pfalzgrafschaft, wozu die Jülich-Bergischen Länder im 17. Jahrhundert im Erbgang gekommen waren, konnte 1701 eingelöst werden.

Von 1794-1814 stand Remagen unter französischer Verwaltung und wurde 1798 Hauptort der Mairie Remagen sowie des gleichnamigen Kantons im Arrondissement Bonn im Rhein-Mosel-Departement. Die Marie Remagen bestand aus den Gemeinden Bodendorf, Oberwinter, Remagen, Rolandswerth und Unkelbach.

Im Rahmen der Neuordnung nach dem Wiener Kongress (1815) wurde die ehemalige Mairie Remagen als Amtsbürgermeisterei Remagen (Bodendorf, Oberwinter, Oedingen, Remagen, Rolandswerth, Unkelbach) dem Landkreis Ahrweiler, Regierungsbezirk Koblenz, zugeordnet. Aufgrund der Rheinischen Städteordnung von 1856 schied Remagen mit Kripp als Stadtgemeinde am 2. Februar 1857 aus dem Amtsbezirk aus. Die hierdurch entstandene Stadtverwaltung und die Amtsbürgermeisterei Remagen-Land wurden mit Ausnahme der Jahre 1892-1896 bis 1937 in Personalunion verwaltet. Die Amtsverwaltung "Stadt Remagen", die sowohl für die Stadt als auch für die Landgemeinden zuständig war, wurde am 14. Februar 1969 unter Auflösung der bisherigen Ortsgemeinden durch die neugebildete Stadtgemeinde Remagen abgelöst (5. Landesgesetz über die Verwaltungsvereinfachung in RLP). Die ebenfalls aufgelöste Ortsgemeinde Bodendorf fiel in den Verwaltungsbereich der Stadtgemeinde Sinzig.
Inhalt
Bestandsgeschichte und -beschreibung:

Der Bestand gelangte in den Jahren 1978 und 1983 an das Landeshauptarchiv Koblenz.

Vom alten Archiv der Stadt Remagen sind nur zumeist zusammenhanglose Reste aus der Zeit vom 13.-18. Jh. erhalten. Zwar ist schon 1666 von einem Stadtarchiv die Rede (Ratsbuch, Bl. 73r). Gegen dessen Kontinuität spricht jedoch der schlechte äußere und innere Erhaltungszustand der älteren Archivalien der Stadt als Folge ungünstiger Lagerungsbedingungen und mangelnder Altschriftgutbetreuung. Zudem sind Verluste bei dem älteren städtischen Schriftgut sowohl im 19. als auch noch im 20. Jh. zu verzeichnen. Die noch vorhandenen Überlieferungsreste wurden im 19. Jh. zudem aus ihrem Entstehungszusammenhang gelöst und teilweise nach unterschiedlichen stadt- oder personenbezogenen Gesichtspunkten abgelegt.

Für den überwiegenden Teil des Bestandes ist die Stadtverwaltung Remagen die korrekte Provenienz. Bei einzelnen Schriftstücken in den Abteilungen Landesherrschaft, Steuern und Gerichtswesen muss allerdings die Amtsverwaltung Remagen-Sinzig als Schlussprovenienz vermutet werden; eine Herauslösung dieser in sich sehr unzusammenhängenden Teile schien jedoch nicht zweckmäßig (vgl. ergänzende Überlieferung in Best. 13 Herzogtum Jülich). Vier weitere Archivalien, die sich nicht unmittelbar auf Remagen beziehen (vgl. Klassifikationspunkt: 01.02.06 "versprengte Archivalien") dürften im 19. Jh. als Sammelgut in das Stadtarchiv gelangt sein.

Auch das Gros der überwiegend sehr dünnen Akten des 19. und 20. Jh. hat eher Sammlungscharakter. Begünstigt durch die offenbar unzulänglichen Registraturverhältnisse erfolgte die Auswahl des als archivwürdig angesehenen Schriftgutes zumeist auf der Basis von Einzelvorgängen, was zu einer erheblichen Ausdünnung des Quellenmaterials geführt hat. Einen Überlieferungsschwerpunkt der zweiten Abgabe bilden die Akten aus der Besatzungszeit nach dem 2. Weltkrieg. Dem Bestand angegliedert ist zudem die zwischen 1910 und 1942 angelegte "Sammlung Wilhelm Josef Langen", die in erster Linie für biographische und heimatkundliche Fragestellungen von Bedeutung ist.

Fotos und Karten sowie Materialien zur Zeitgeschichtlichen Dokumentation, auch aus der Sammlung Langen, wurden den entsprechenden Sammlungsbeständen (Best. 702 Karten und Pläne, Best. 710 Fotosammlung, Best. 712 Plakatsammlung, Best. 714 Publizistisches Schriftgut) eingegliedert.

Das Findbuch wurde 2006 im Rahmen der Retrokonversion der Findmittel in die Datenbank eingegeben.
Literatur
Literatur und ergänzende Überlieferung in Auswahl

Resmini, Bertram u.a.: Inventar des Archivs der Stadt Remagen (Veröffentlichungen aus rheinländischen und saarländischen Archiven - Kleine Reihe - Heft 28) Koblenz 1983

Flink, Klaus: Zur Geschichte des Raumes Remagen (Rigomagus 1) Remagen 1969

Flink, Klaus: Zur Topographie der Stadt Remagen im Mittelalter (Rigomagus 2, Remagen 1971

Flink, Klaus: Chronik der Stadt Remagen 1813-1879 (Rigomagus Nr. 3) Remagen 1972

Flink, Klaus: Chronik der Stadt Remagen 1879-1931 (Rigomagus 6) Remagen, 1984

Flink, Klaus: Fiskus und civitas libera, Herrschaft und Gemeinde in Remagen vom 12. bis 14. Jahrhundert (in: Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein 176, S. 20-40) 1974

Kurt Kleemann: 2000 Jahre Remagen - Aspekte einer vielfältigen Geschichte

https://www.regionalgeschichte.net/mittelrhein/remagen.html (zuletzt aufgerufen 5.6.2018)

Best. 1 Kurfürstentum Trier

Best. 2 Kurfürstentum Köln

Best. 13 Herzogtum Jülich

Best. C 25 Herrschaft Landskron

Best. 48 Reichsherrschaft, Reichgrafschaft und Reichsfürstentum von der Leyen

Best. 67 Propstei Appolinarisberg

Best. 161 Benediktinerinnenkloster Rolandswerth

Best. 641 Stadt Sinzig

Best. 700,123: Nachlass Martinengo

Landesarchiv NRW: Herzogtum Jülich und Abteien Deutz und Siegburg

Kreisarchiv des Landkreises Ahrweiler

Stadtarchiv Remagen
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